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Sunday, May 28, 2017

Hüttenhüpfen auf der Rax

Gestern war es soweit - unsere lang geplante Wanderung auf die Rax stand an.
Der Eber wollte immer schon mehr Bergtouren machen, als Kind hatte er immer wieder Berge bestiegen und die Liebe zu ihnen ist trotz Großstadthirnwäsche nie verloren gegangen.

Ich habe so gut wie Null Bergerfahrung, kenne aber die Rax ein wenig, da ich dort Schi fahren gelernt habe. Außerdem habe ich über das Hüttenhüpfen schon viel gehört - man geht von Hütte zu Hütte mit einem Stempelpass und wenn man alle Stempel beisammen hat, bekommt man (um 3,60eur) die Rax Wandernadel. Eine Belohnung für das Ego sozusagen - da bin ich klarerweise dabei!

Ich habe viel Recherche betrieben, vor allem dazu, wie gut man ausgerüstet sein muss und ob man die vorhergesehene Strecke überhaupt an einem Tag gehen kann.
Auch bezüglich des Wetters habe ich genaue Erkundigungen eingezogen. Leicht bewölkt, von 3 Grad (in der Früh) bis 12 Grad (Nachmittag) war die Prognose.

Einige Tage zuvor hatte ich bereits ein Online-Ticket mit Reservierung für die Seilbahn gebucht (nur Bergfahrt). 31eur für uns beide.

Zusammenfassung der Route: Bergfahrt mit der Raxseilbahn zum Berggasthof - Ottohaus - Seehütte - Habsburghaus - Karl-Ludwig-Haus - Waxriegelhaus - Abstieg zum Preiner Gscheid

Vom Preiner Gscheid fahren Busse wieder zurück zur Seilbahn Talstation in Hirschwang, bzw. Taxiunternehmen (die aber absolute Fantasiepreise wollen  - 50eur für die 14km 😨). Wir hatten Glück, denn meine Eltern haben gute Freunde in Gloggnitz, bei denen sie zu Besuch waren und so konnte uns mein Vater danach abholen und zurück zum Auto bringen.

Wir standen ganz früh auf (nachdem wir bei meinen Eltern übernachtet hatten, um  aus dem Süden Wiens eine kürzere Anreise zu haben) und holten unsere Tickets eine halbe Stunde vor Abfahrt ab. Wir fuhren mit der 1. Seilbahn um 8h. Sie war nicht sehr überfüllt.

Blick aus der Seilbahn von der Talstation 
Im Berggasthof angekommen holten wir uns unseren ersten Stempel. Die Wirte sind in allen Hütten sehr nett und zuvorkommend.

Der Berggasthof

Weiter ging es zum Ottohaus (angegebene Wegzeit war 50 Minuten, wir haben ca. 25 Minuten gebraucht). Der Weg ist überall sehr gut markiert, zum Ottohaus gibt es nur leichte Steigungen und es ist durchwegs angenehm zu gehen.

unterwegs zum Ottohaus

Das Ottohaus
Beim Ottohaus (2. Stempel) merkte ich, dass ich es mit der Kleidung etwas übertrieben hatte und entledigte mich nicht sehr ladylike auf einer Bank meiner Strumpfhose. Dann ging es weiter zur Seehütte. Der Weg dorthin ist schon etwas steiler und landschaftlich wunderschön. Nicht schwierig zu gehen. Angegebene Zeit waren 110 Minuten, wir brauchten ca. 55 Minuten. 






Die Seehütte
Bei der Seehütte (3. Stempel) machten wir kurz Rast, auch wissend, dass uns nun der schwierigste Abschnitt bevorsteht (das dachten wir damals zumindest, haha...).

Zum Habsburgerhaus führt ein ziemlich steiler Steig und teilweise muss man über recht große Felsen klettern. Spätestens da war ich sehr glücklich über meine guten Bergschuhe - in Turnschuhen hat man auf diesem Weg echt nichts verloren.
Auf diesem Abschnitt machten wir öfters eine kurze Pause und brauchten auch tatsächlich fast die angegebene Zeit (angegeben 90 Minuten, wir brauchten 80)



klettern, klettern



Der Weg war teilweise von Schnee bedeckt, aber noch gut passierbar.


Blick auf das Habsburgerhaus

Beim Habsburgerhaus (4. Stempel) machten wir eine längere Rast und regenerierten unsere Kräfte. 
Der Weg zum Karl-Ludwig-Haus sollte so 75 Minuten dauern.
Unterwegs gab es wieder Abschnitte, wo der Weg von Schnee verweht war und diesmal mussten wir einen kurzen Teil auch ziemlich gefährlich abseits absteigen - das kostete natürlich Zeit (trotzdem brauchten wir "nur" 70 Min). Wenn allerdings kein Schnee liegt, ist der Weg relativ leicht und angenehm, durchaus auch Kindern zumutbar.

Der gefährliche Abstieg, das Foto gibt die Gefahr und die Steilheit freilich nicht so gut wieder.


Blick auf die Heukuppe (2007m, höchster Gipfel)

in der Ferne ist schon das nächste Haus zu sehen


Nach dem Karl-Ludwig-Haus (5. Stempel) ging es über den "Schlangenweg" steil bergab und das ist dann wirklich nichts mehr für Kinder. Der Weg geht sehr steil runter und ist gerade am Anfang ein ziemlicher Klettersteig. Man darf da echt keinen falschen Schritt setzen, was umso schwieriger ist, als das viel Geröll und große Felsstücke den Weg darstellen.
Auf 2,5km fällt der Weg um 500 Höhenmeter, wobei der letzte Kilometer nicht mehr allzu steil ist, die ersten 1,5km dafür umso ärger. Wir brauchten etwas über eine Stunde (angegeben 60 Min), also haben wir uns ohnehin ganz gut geschlagen.

Den 6. und letzten Stempel erhielten wir im Waxriegelhaus. Auch die Wandernadel erstanden wir gleich vorort.

abgestempelte Karte

Wandernadel
Der letzte Abschnitt ging auch durchgängig bergab, und ich spürte diesen Umstand schon sehr schmerzlich (meine Waden tun heute ganz schön weh).
Zum Preiner Gscheid brauchten wir wieder einmal kürzer als angegeben (35 Minuten versus 50) und beim Parkplatz warteten wir dann auf meinen Vater und damit auf den Rücktransport zum Auto.

In Gloggnitz trank ich einen Kaffee und ruhte mich etwas aus, dann fuhren wir nach Hause. Anfangs habe ich mir die Möglichkeit offen gehalten, in Gloggnitz zu übernachten, falls ich zu fertig zum Autofahren gewesen wäre.

Fazit:
Landschaftlich sehr schöne Wanderung, sicher besser zu gehen, wenn der Restschnee auch schon geschmolzen ist. Gute Bergschuhe sind unbedingt notwendig, für Kinder ist vor allem der letzte Abschnitt zu schwierig. 
Interessant: man geht teilweise auch durch die Steiermark (mein Lieblingsbundesland 💗)

Parkplatz Preiner Gscheid
Hier noch eine Zusammenfassung inkl. Telefonnummern, die ich mir vor der Wanderung zusammengeschrieben habe (die Zeitangaben beziehen sich auf in Wanderführern angegebene Minuten): 

1. Berggasthof – Ottohaus (50 Min)

2. Ottohaus – Neue Seehütte (110 Min)

3. Neue Seehütte – Habsburger Haus (100 Min)

insgesamt 260 Min = 4h20min



Rast beim Habsburger Haus



4. Habsburger Haus – Carl Ludwig Haus (90 Min)

5. Carl Ludwig Haus – Waxriegelhaus (60 Min)

6. Waxriegelhaus - Preiner Gscheid (50 Min)


insgesamt 200 Min = 3h 20 Min


Telefonnummern:

Berggasthof: 02666 52295

Ottohaus: 02666 52402

Seehütte: 0676 7488719

Habsburghaus: 02665 219

Karl Ludwig Haus: 02665 380

Waxrieglhaus: 02665 237

Edelweißhütte: 02665 20856

Bergrettung: 140

Seilbahn Bergstation: 1547 m
Ottohaus: 1644 m
Jakobskogel: 1737 m
Neue Seehütte: 1648 m
Habsburghaus: 1785 m
Carl-Ludwig-Haus: 1804 m
Waxriegelhaus: 1361 m
Preiner Gscheid: 1070 m

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