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Sunday, February 3, 2013

Flug 1 hinter mir

Die Nacht von gestern auf heute war grauenvoll. Ich konnte kaum schlafen und ich war bereits eine halbe Stunde vor dem Wecker wach und außerdem völlig fertig.
Meine Reise zum Flughafen trat ich in aller Früh an, halb 6 war ich bereits am U-Bahn-Bahnsteig. Mit jedem Meter, den ich mich dem Flugzeug näherte, ging es mir schlechter.
Ich hatte ursprünglich geplant, am Flughafen etwas zu frühstücken, aber das Einzige, wozu ich mich überwinden kann, ist ein Kaffee.

Gate. Bus. Flugzeug. Ich sitze direkt beim Propeller. Schlechteste Idee, weiß das aber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ca. 10 andere Fluggäste außer mir sind an Board. Ob sie auch so viel Angst haben? Ob sie wohl sehen, dass ich Angst habe? Ob sie wohl denken, dass ich eine gelassene Globetrotterin bin?Eine Passagierin verschläft tatsächlich den ganzen Flug. Wie kann sie bloß???


 

Flugzeug startet, es ist irre laut. Musik aus dem mp3-Player an und lesen. Durchatmen. Mein Lieblingstrostbuch beruhigt mich nur soweit, dass ich nicht vollkommen auszucke.
Ich denke an alle Menschen, die gerne fliegen. Meine Schwiegermutter. Meine beste Freundin - wollte mal Flugbegleiterin werden. Der Sohn einer anderen Freundin will Pilot werden. Ein Klassenfreund aus dem Gym ist Pilot geworden. Reiss dich zusammen Mädchen, das sind alles vernünftige Leute, die das nicht machen würden, wenn es Grund zur ständigen Panik gäbe. Ein Lied, zwei Lieder, die Zeit vergeht. Wie lange dauert eine Stunde nochmal?


Info des Piloten: wir setzen zur Landung an. Dauert ewig. 20 Minuten liegen zwischen der Ankündigung und dem Aufsetzen am Boden. Während des Landeanflugs wird mir so richtig richtig übel. Soll ich mich einfach auf den Boden übergeben? Ich schaffe es irgendwie, es nicht zu tun.
Mein Kopf schmerzt und mir ist schwindlig, auch Stunden später noch. Ich rede mir ein, es liegt am Schlafmangel, nicht am Flug.

In Warschau bei meiner Tante essen wir dann endlich ein Frühstück. Wichtigste Frage an einem Sonntag in PL: um wieviel Uhr gehen wir in die Messe?
Meine Cousine Ania samt Mann Kristof und ich fahren in die Altstadt und finden eine Kirche, wo gerade eine Messe beginnt.

Am späten Nachmittag treffen wir schließlich bei meiner Cousine ein, wo ich nächtige. Zum Abschluss des Tages machen wir Sushi - erstes Mal für mich. Mit etwas Wein dazu belohne ich mich mit dem Abendessen nach den Anstrengungen.

 

Ich habe mir selbst die Stirn geboten. Für die Rückreise muss ich es wieder tun.

2 comments:

  1. Sehr tapfer, Magda! Du hast es geschafft und kannst nun hoffentlich die Zeit genießen :)

    Fliegen ist pure Gewohnheit und Erfahrung. Aber egal, wie gerne ich fliege, mir ist auch jedes Mal übel. Und zwar genau in der Zeit zwischen "Flugzeug setzt sich in Bewegung" und "Flugzeug verlässt den Boden". Solange das Ding am Boden rumfährt, tanzt mein Magen Samba (genauso wie in Zügen, öffentlichen Nahverkehrsmitteln, Taxis sowie auf Beifahrersitzen oder gar Rücksitzen in Autos, die von einer Person gelenkt werden, der ich vertraue). Also: auch Gern-Flieger finden nicht alles super ;)

    Drum auch der Tipp mit den Ingwerzuckerln. Hierzulande sind das so gummiartige Teile, wie Kaugummi, der sich reduziert. In anderen Teilen der Welt gibt es sich auch als harte Bonbons. Falls du in der Apotheke nicht fündig wirst, ist ein Asia-Laden eine gute Bezugsquelle (da hole ich sie mir in den USA immer). Falls alle Stricke reißen: probier Kaugummi. Am besten eine minzige Variante. Das hilft auch, erfahrungsgemäß :)

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  2. Wow, das Sushi schaut lecker aus!

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