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Monday, May 23, 2011

Unkreativpause

Ewig lang ist es her, zumindest kommt es mir so vor, seit ich zuletzt dieses Plätzchen belebt habe.

Bei uns ging es rund und unrund. Unrund war v.a. Johannas Pseudokrupp-Anfall mitten in der Nacht, vor ca. 2 Wochen oder so. Es war der Muttertag, ganz genau, und wir hatten einen Ausflug zur Laabacher Schenke unternommen, ganz traditionell wie die letzten 3 Jahre zuvor. Leider stürmte und regnete es, also wurde unsere Exkursion vorzeitig beendet und wir waren gar nicht allzu spät daheim. Johanna zeigte keinerlei Krankheitsanzeichen, sie und ihr Bruder gingen brav schlafen, und der Eber und ich beschäftigten uns still mit irgendwas - lernen, lesen etc. Ich war gerade unter der Dusche, als Joji zu weinen und husten begann, der Eber eilte ins Zimmer und brachte mir das weinende Mädchen ins Bad mit den Worten: "sie bekommt keine Luft".

Ich muss dazu sagen, ich bin eine sehr belesene Mutter. So wusste ich, dass Kleinkinder einen seltsamen Erstickungsanfall bekommen können, genannt Pseudokrupp. Es passiert ohne Vorwarnung (gesundes Kind am Vortag), meist zw. 22h und 2h nachts (Joji kruppte kurz vor Mitternacht) und tritt bei Kindern im Alter von 8 Monaten bis 3 Jahren auf (Joji: 2). Symptome: TYPISCHER Husten, der bellend/blechern klingt und Atemnot. Erste Hilfe: mit dem Kind ans Fenster gehen (kalte feuchte Luft) oder im Bad heißes Wasser einlassen (warme feuchte Luft), damit der Kehlkopf abschwillt.

Nun kann ich aus eigener Erfahrung sagen: es ist völlig wurscht, wie viel du schon über Pseudokrupp gelesen hast, wie typisch der Husten auch klingt und wie vorgebildet du in allen oben genannten Maßnahmen bist - wenn dein Kind mitten in der Nacht Atemnot bekommt, steigst du aus der Dusche und rufst den Notarzt.

Erst dann setzt das Gehirn wieder ein und man kann was unternehmen - also Joji ans Fenster, beruhigen, warten bis es besser wird.

Als der Notarzt dann ankam (3 Minuten, danke sehr), war die Atemnot schon wieder weg und Joji genoß es sichtlich, dass sich so viele nette Herren in rot (Sanitäter + Arzt, aber ich glaube Johanna dachte es wären lauter Nikolos) um sie kümmerten. O2-Sättigung war ausgezeichnet uns so konnte der Arzt ad hoc nichts tun, außer uns zu sagen, dass wir nochmals anrufen sollen, wenn es sich verschlechtert. Joja schlief diese Nacht bei uns und am nächsten Tag bestätigte die Kinderärztin meine Erstdiagnose Pseudokrupp.
Ich bekam ein Rezept für Cortison-Zäpfchen, von denen 1 tatsächlich 2 Nächte später noch zum Einsatz kam. Dann war der Spuk vorbei.

An alle mitlesenden Mütter - ich biete hier eine weitere Beschreibung des akustischen Eindrucks: der Husten klingt wie ein asthmatischer Hund und man hat den Eindruck, irgendetwas würde dem Kind in der Luftröhre stecken. Außerdem klingt es auch ein bisschen so, als ob man in eine Regenrinne husten würde.

Am nächsten Tag gingen Joji und ich in Krankenstand und in den Zoo:




Hier noch ein paar Infoseiten zum Thema:


Eine Frechheit übrigens, dass das Zeug Pseudokrupp heißt, denn der Präfix "Pseudo" lässt einen glauben, es ist eh nicht so schlimm und vielleicht auch keine echte Krankheit. 

1 comment:

  1. Meine liebe Magdarine, ich kenne diese Anfälle leider nur zu gut! Meine Eltern hatten mich immer ausgeschimpft, was ich nur mit dem Kind gemacht habe. Am Tag pumperlgesund, vielleicht dieser typische trockene bellende Husten, sonst nichts- Ich war ganz unglücklich und verzweifelt, wenn es wieder los ging, es war oft wirklich wie auf Leben und Tod. Man hat auch in einigen Fällen Notoperationen durchgeführt. Ja, und dann suchte ich den Arzt auf, der wusste nichts, endlich nach einem langen Leidensweg, verordnete der Kinderarzt, ganz billige Tabletten, um umgerechnet 20 Schillinge und die vollbrachten das Wunder, der Krampf legte sich sofort. Aber ich habe wirklich bei mir nachgeforscht: was habe ich jetzt wieder getan, dass... Zorn und Schuldgefühle, (die nicht angebracht waren) mischten sich. Ein Sanitäter, der damals noch im Hochhaus unter uns wohnte, half denn sie hörten, wie das Kind hustete. Am nächsten Tag standen sie als Verbündete vor unserer Tür mit einer Menge Kräuter, die ich zum Inhalieren abkochen musste. Ein positiver Zuspruch: Wir dachten nur unser Kind hätte sowas, aber nun hörten wir, und wir wollen helfen. Darum... bin ich mit Kommentaren bei kranken Kindern sehr zurückhaltend, denn man kann damit sehr viel Unrecht tun.

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