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Tuesday, December 7, 2010

6. Fenster


Jetzt war ich vorgestern genau nach Plan, ganz pünktlich und schulde euch heute schon wieder einen Post von gestern. Es ist einfach immer so viel los - dabei habe ich meine Internettätigkeit ja stark eingeschränkt: nur noch blogger und facebook, wobei ich facebook auch immer länger fern bleibe.
Der 6. Dezember stand ganz im Zeichen des Nikolos. Am Nachmittag machten wir uns auf und fuhren in die poln. Kirche - eigentlich in den Pfarrsaal - wo der echte Hl. Nikolo erwartet wurde.
Der Saal war übervoll mit Kindern und Erwachsenen, wobei es unverhältnismäßig mehr Erwachsene als Kinder waren. Wenn ein polnisches Kind zum Nikolaus geht, da wollen eben alle 17 Unterstrumpftanten dabei sein.
Zuerst wurde im dunklen Saal der historisch zweifelhafte Zeichentrickfilm gezeigt, den Peter ja schon kannte und Joja noch nicht verstand. Die Kinder machten sich bald selbständig und gingen (unter Jojas professioneller Führung) auf Erkundungstour. Irgendwann war der Film aus und ein Priester befragte die etwas älteren Kinder zum Inhalt: Wer war der Hl. Nikolaus? Welche Tiere ziehen den Schlitten? Was wurde der Nikolaus, als er starb? (erhoffte Antwort: ein Heiliger. Antwort eines logisch denkenden Kindes: tot). Naja.
Dann wurde der Nikolaus laut auf polnisch herbei gerufen, was so klingt: Miiiiikoooooooouaaaaaaaaaajuuuuuuuuu! Von Engeln begleitet und eine Glocke läutend kam er in den Saal und alle Eltern stürmten ungeachtet kleiner Kinder nach vorne, um Fotos zu machen. Namentlich wurden alle Kinder aufgerufen und dann war der Ablauf ganz streng: Kind kommt, Geschenk her, Foto machen, nächstes Kind.
Wir waren ziemlich zuletzt dran, was insofern gut war, als das vorne nicht mehr so viele Leute standen. Ich habe Peter instruiert, sich beim Nikolaus auch wirklich zu bedanken und zu verabschieden, was wiederum nicht im Ablauf des Nikolos vorgesehen war. So stand Peter noch vor dem Nikolaus, als das nächste Kind bereits dran war und schrie sich "danke" und "papa" aus dem Leib. Blieb unbeachtet. Wie soll man bloß ein höfliches Kind erziehen, wenn selbst der Nikolaus so unhöflich ist?
Im übrigen trugen die meisten Kinde Packerln weg, deren Größe sie erst in einigen Jahren erreicht haben werden - ich frage mich: was bekommen diese Kinder dann zu Weihnachten???
Unsere Sackerln waren einfach gehalten: Für beide Kinder gab es Mandarine, Kiwi, Apfel, ein gr. Schleichtier, ein kl. Schleichtier und einen kleinen Schokonikolaus. Während die "reich" beschenkten Kinder ein Geschenk nach dem anderen aufrissen und nicht wußten, womit sie zuerst spielen sollen, hüpfte Peter vor Freude über die Mandarine durch den ganzen Saal.
Uns Eltern brachte der Nikolaus eine neue größere sparsamere Waschmaschine. Wir waren wohl sehr brav...





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