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Friday, July 13, 2007

Kärntner Blut ist ka Himbeersaft

Wie aufmerksame Leser bereits wissen, haben vorheriges Wochenende Superschnecke und das Brot geheiratet, und zwar in Kärnten, und zwar in St. Paul/Gailtal.
Das war alles nämlich so:
Am Freitag, nach der Arbeit, fuhren Peter und ich nach Kärnten. Auf der Südautobahn in Wien gibt es einen Wegweiser, auf dem steht: hier geht's nach Kärnten. Das empfinde ich ehrlich gesagt als eine sehr ungenaue Aussage, v.a. wenn man in Kärnten ein bestimmtes Ziel anvisiert, was wir ja taten.
Unsere Unterkunft war in St.Stefan, wo dann auch nach der Hochzeit gefeiert werden sollte. Das Hotel hieß Sonnenhof und das WC war am Gang. Drinnen roch es nach Katzen, Hund und Essen, und zwar im ganzen Hotel, nicht nur im WC.
Hungrig von der Reise, beschlossen wir lecker zu essen und aus Angst, dass unser Essen im Hotel auch nach Katze und Hund riechen könnte, fuhren wir nach St.Paul. In einem Gasthaus wurden wir höflich abgewiesen. Im nächsten Gasthaus sprach der Wirt nur Englisch. Das lag daran, dass er Engländer ist und Kärnten als seine Wahlheimat erwählt hat. Das Essen dort war aber nicht englisch, sondern österreichisch, also ziemlich gut.
Wir gingen dann früh schlafen, denn am nächsten Tag sollten wir bereits um 10h30 in Arnoldstein bei der Superschnecke sein.
Dort war alles im Hochzeitsfieber. Nachdem es eine Kärntner Trachtenhochzeit war, waren alle Dirndln in Dirndln unterwegs. Außer mir. Das war mir zu diesem Zeitpunkt noch unangenehm.
Dann gab es einen Sektempfang mit sehr guten belegten Brötchen, die mir sogar jetzt beim Schreiben noch Hunger machen...mhhmmhhh...
Die Hochzeit war übrigens ganz super organisiert und bis auf die Sekunde durchgeplant. Jedes Paar bekam ein Programm, das uns durch den Tag geleitete.
Auf ging es also nach St.Stephan zur standesamtlichen Trauung. Ab da hieß die Superschnecke dann Sarnitz, so wie das Brot.
Von der kirchlichen Trauung kann ich leider nicht viel erzählen, denn ich verbrachte sie oben bei der Orgel. Trotzdem mußte ich weinen, weil es so romantisch war.
Um 18h begann dann die Feier in der Burg zu St.Stephan, die gar nicht wie eine Burg ausschaut. Ich mußte die Birke an dem Abend praktischerweise nicht mehr bedienen, also war ich fest entschlossen, mich ein bisschen abzufüllen. Nur trinke ich leider kein Bier, und der Wein hat mir leider nicht so geschmeckt. Naja, schließlich betäubte mich ein Stamperl Zirbenschnaps soweit, dass ich mich auf die Tanzfläche wagte und ein paar Leute verscheuchte. Besonders tapfer kämpfte ich in dem legendären Kampf um Gerds Kranzl.
Braut und Bräutigam wurden uns irgendwann gestohlen, ein Brauch, den ich als Polin wohl nicht verstehen werde. Wieso um alles in der Welt stiehlt man in Österreich Menschen? Da hammas dann, das Malheur a la Kampusch. In Polen kommen wenigstens nur so nebensächliche Dinge wie (namenlose) Autos abhanden.
Die Torte war sehr schön und mit Marzipanrosen geschmückt. Auf ihrem Gipfel saßen eine Schnecke und...nein, kein Brot, komischerweise, sondern ein Mausebär.
Meine Schwiegermutter fragte mich, ob ich weiß, was es mit den Tieren auf sich hat. Und ich sagte: "Jaja, das weiß ich, das sind die Kosenamen."
Und sie fragte: "Die Tiere auf Eurer Torte hatten auch eine Bedeutung, oder?"
Und ich sagte: "Ja, bei uns auch."
Und sie fragte: "Und welche?"
Und ich sagte: "Naja, das waren bei uns eben 2 Schweinchen."
Und sie fragte: "Ja, und was heißt das?"
Und ich sagte: "Na, was soll es denn heißen? Sau und Eber natürlich."
Und das war dann wohl ein bisschen ein Schock.

Mit dieser Anegdote will ich meinen Bericht beenden.

1 comment:

  1. Ich lach mich tot...hahaha

    Anegdote! Das heisst nicht Anegdote sondern Anegtote!!!

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