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Friday, July 14, 2006

Kirchtag Reloaded
















Über den Kirchtag wurde schon viel geschrieben. Dennoch, hier kommt nachträglich meine Sicht der Dinge, mit mir als Hauptrolle, klarerweise.
Wir waren zu sechst. Stadler und "Zuagraste", bzw. auch Österreicher und Tschuschen. Stadlerin und Tscheche, Stadlerin und Ami, Stadler und Polin. Ein Culture Splash, ein sogenannter. Wir waren so verschieden wie die Bremer Stadtmusikanten, und trotzdem ein Team. (Und damit sich niemand beleidigt fühlt, nehme ich die Rolle des Esels gerne auf mich.)
Der Kirchtag war in Kärnten. Kärnten ist ein sehr sympathisches und durchgeknalltes Bundesland, und deswegen reisten wir schon am Freitag hin, obwohl der Kirchtag erst am Tag der Kirche, also am Sonntag war. Am Samstag haben wir auch schon viel erlebt, denn auf den Mittagsgrill folgte eine Sommerrodelbahn (äußerst tschenki!), eine Burg, wo die Nationaltiere der Kärntner - Adler und Affen - leben, und ein Erdbeerfeld. Wir pflückten Erdbeeren und ich fühlte mich so naturverbunden mit Mutter Erde, daß ich mir einen selbstgeflochtenen Kranz aufsetzte. Das bedeutet in Kärnten aber, daß man noch Jungfrau ist. Um Mißverständnissen vorzubeugen, wurde ich daher gebeten, meinen Kranz abzunehmen.
Der Sonntag an sich war der ersehnte Höhepunkt des Aufenthaltes und der Höhepunkt vom Höhepunkt war definitiv das Essen der Mutter des Verlobten der Schwester meines Freundes. Es gab eine traditionelle Suppe, die einfach nur nach "gut und bitte mehr" schmeckte, und als Hauptgang gab es selbstgemachte Serviettenknödel, die gar nicht nach Servietten schmeckten, also auch ganz köstlich waren.
Die Eingeborenen waren am Kirchtag verkleidet, und zwar als Gailtaler. Es wurde auch viel getanzt, auch von den Zuagrasten (siehe Matt's Polka in Kathi's Blog).
Außerdem pflegen die Gailtaler eine recht merkwürdige Tradition: sie nehmen ein Sauerkrautfaß, das gar nicht wie ein Türke aussieht, stecken es auf einen Pfahl, tun so, als wäre es ein Türke, reiten ohne Sattel mit kurzer Lederhose bekleidet vorbei und schlagen mit einer Art Hammer-Axt darauf ein bis es runterfällt. Derjenige, der als letzter schafft, daß es fällt, ist dann der Held. Ich glaube, das alles tun sie als Erinnerung an Sobieski, und der war ja Pole. Also fühlte ich mich ein bißchen geehrt.
So als ethnologisches Fazit kann ich nach dem letzten Wochenende sagen: die Kärntner sind eh genau wie Polen, nur nicht so trinkfest.

3 comments:

  1. nur nicht so trinkfest!! Was ist mit dir; wer ist VOR mir Nachhause gegangen! Ich geh davon aus das du mir das gegenteil beweisen wirst!

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  2. Aber sicher, Lisi! Revanche in Wien, oder? ein sog. Heimspiel!

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