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Wednesday, June 21, 2006

Home Go Bush!

Alle folgenden Schilderungen beruhen auf einer wahren Begebenheit.

G. W. Bush ist in Wien. Und in Wien sind leider auch die Anti-Bush Demonstranten. Und ich habe sie getroffen.
Demonstranten protestieren. Ich weiß nicht, wieso sie nicht Prostestanten heißen. Der Sinn von Demonstrationen und Demonstranten wäre in den demokratischen Philosophie ursprünglich gewesen, etwas zu demonstrieren, nämlich seine eigene Meinung. So etwas hatten aber die Demonstranten, die mir begegnet sind, nicht.
Westbahnhof - der Weg zwischen U6 und U3 wurde von Polizisten blockiert, die für den Schutz der Demonstranten sorgten. Man möge bedenken, das alles passiert in einer U-Bahn-Station, unterirdisch. Die Demonstranten marschiren etwas gelangweilt in die gleiche Richtung. Manche pfeifen. Die meisten schreien: "Bush, go home!", wahlweise auch "Home go Bush!". Die Worte in einem Demo-Slogan darf man ja syntaktisch hin- und herverschieben, Hauptsache, man bleibt im 3/4 Takt und setzt ein Rufzeichen danach.
Einer, der sich politisch anscheinend etwas besser auskennt schreit: "Hän-de weg! Vom I-ran!" Der nächste hinter ihm: "Hän-de weg! Vom I-rak!" Und danach ein ganz cleverer: "Hän-de weg! Von Guantanamo!" Das ist ja fast wie Stille Post. Dann kommt ein Mädchen und drückt mir ein gratis Kondom mit der Aufschrift: "Bush go home" in die Hand. Sehr nett, wenigstens vermehren sich diese Pseudo-Hippies nicht.
Gegen Ende der Demo dann - der Chor. "We are the world, we are the children." Ja, das kann man überall singen, nicht nur zusammen mit den Backstreet Boys bei einer Krebsspendenaktion von Bravo TV.
Schließlich ist der feierliche Umzug an den Wartenden vorbeigezogen und der Weg ist wieder frei. Schade. Es war hochinteressant zu beobachten. V.a. scheinen diese Menschen nach sehr strengen Regeln zu leben: Man darf der Anti-Bush-Gemeinde anscheinend nur dann angehören, wenn man min. 2 Piercings und 1 Hund hat und außerdem schwarz (sorry, maximalpigmentiert) gekleidet ist. Es sei denn, man ist von vornherein schon maximalpigmentiert, dann darf man auch ruhig etwas Bunteres tragen und mit der Afrika-Fahne wedeln. So als Zeichen: "Wir maximalpigmentierten Afrikaner aus Wien sind auch gegen Bush".

Wie dem auch sei: Hoffentlich fliegt Mr. President wirklich bald heim, dann geben auch die Aktivisten Ruhe. Sonst muß ich halt eine Demo gegen die Demo gegen Bush veranstalten. Wer macht mit?

7 comments:

  1. Ich bin dafür sicher nicht zu haben. Ich finde den Bush nett. Er tut ja keinen was. Er ist nicht verantwortlich für die Greuel. Er ist nur der Präsident :-)

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  2. Da gibt es wohl wieder einmal ein Mißverständnis. Ich würde eine Demo gegen die Anti-Bush Demo machen. Und der Feind meines Feindes ist mein Freund, so what? Laß uns einen Bush-Sympathie-Club gründen! (Ich hatte immer ein Faible für arme verschmähte Außenseiter und Aussätzige) Bush will doch nur ein bißchen Aufmerksamkeit, vgl. Professor Chaos...

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  3. Liebe(r) tangatamanu: Ich finde Bush scheiße, bevor der einmal versucht etwas richtig zu machen, fährt er lieber auf Urlaub oder hört sich eine Kindergeschichte fertig an.
    Man ist nicht einfach so der Präsident, dass kling ja so, als ob er beim aussuchen seiner Berater nichts mitzureden gehabt hätte. Bush ist kein Opfer, sondern eher ein Täter. Ob man das jetzt positiv oder negativ auslegt bleibt dir überlassen.

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  4. hmmm ich erspar mir jetzt lieber meinen kommentar :) ich wollte zwar was sagen, aber ich glaube, ich hüte mich lieber...

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  5. Entschuldige, wollte keinen verunsichern.

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